Das «gallische Dorf» in der NLA

NLA-Teams aus kleinen Dorfvereinen sind im Frauenfussball immer seltener. Der FC Staad ist ein solcher. In Staad setzt man schon seit fast fünfundzwanzig Jahren auf den Frauen­fussball und dies mit bescheidenen finanziellen Mitteln im Gegensatz zur Konkurrenz.

Der FC Staad spielt schon die zehnte Saison in der höchsten Schweizer Frauenfussballliga. Alle Spielerinnen gehen zur Schule oder arbeiten zu 100%. Basel, Zürich, GC, Luzern, Young Boys und Lugano heissen u.a. die Gegner der Staader Fussballerinnen. Einige Staa­derinnen werden von diesen Grossclubs immer wieder abgeworben. Dort erhalten sie eine Wohnung und müssen nur noch 60% arbeiten.

Doch es gibt auch viele Einheimische, wel­che diesen Grossclubs widerstehen und in ihrem gallischen Dorf bleiben, da hier eine sehr angenehme Familienatmosphäre herrscht. Die Identifikation mit dem eigenen Verein ist sehr gross.

Viel Herzblut

Diese Staaderinnen kämpfen dann mit viel Herzblut Wochenende für Wochenende gegen die schwerreichen Römer äh Grossclubs an. In dieser Aussenseiter-Rolle liegt aber auch die Stärke des FC Staad. Der „Underdog“ muss alles hart erarbeiten, bekommt nichts ge­schenkt. Der Reiz liegt darin, mit kleinem Budget Grosses zu leisten. Die finanziellen Mittel der Gallierinnen sind zwanzig Mal kleiner als jenes der Grossclubs.

Wir setzen auf den eigenen Nachwuchs

Den gallischen Trainern gelingt es immer wieder viele eigene Nachwuchsspielerinnen in der NLA zu etablieren. Nur so ist der Club überlebensfähig. So konnte die U18 bereits zweimal den Schweizer Meistertitel feiern und liess die Grossclubs hinter sich.

Aufgabe wird immer schwieriger

Die Grossclubs investieren mächtig in ihre Frauenabteilung. Erschwerend kommt nun dazu, dass die höchste Liga von zehn auf acht Teams reduziert wird. Aber deshalb fällt den Staa­derinnen der Himmel noch lange nicht auf den Kopf und sie werden weiter kämpfen.

Bei den Zuschauern die Nummer 1

Spiele der Grossclubs finden oft fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Da sieht es in Staad anders aus. Der kleine Dorfverein hat in der NLA die meisten Zuschauer und ist dort die klare Nummer 1.

Nationalspielerinnen

Folgende Staader Spielerinnen haben schon das Trikot ihrer Nationalmannschaft getragen: Sonja Spieler, Heidrun Grutsch, Nora Häuptle, Fabiana Pamminger, Claudia Stilz. Jana Brunner (aktuelle Stammspielerin der U19 Nationalmannschaft).

Der Himmel wird uns nicht auf den Kopf fallen

Luc Haltner, Frauenverantwortlicher beim FC Staad

Fakten

  • 2003: Aufstieg in die Nationalliga A
  • 2011: Schweizer Meister U18

Geschichte FC Staad Frauen

  • 1992 Gründung Frauenabteilung
  • 1996 Schweizer Cupsieger und Schweizer Meister bei den Juniorinnen
  • 1998 Aufstieg in die 1. Liga
  • 2000 Aufstieg in die Nationalliga B
  • 2001 Schweizer Meister Nationalliga B und Aufstieg in die Nationalliga A
  • 2001 Sieger St. Galler Frauenmaster
  • 2002 Sieger St. Galler Frauenmaster
  • 2003 Aufstieg in die Nationalliga A
  • 2004 Aufstieg der 2. Mannschaft in die 1. Liga
  • 2007 Juniorinnen Schweizer Cupsieg
  • 2008 Gründung der U18
  • 2008 Sieger St. Galler Frauenmaster
  • 2009 Aufstieg in die Nationalliga A
  • 2010 Schweizer Meister U18
  • 2011 Schweizer Meister U18
  • 2015 Beginn Sponsoring mit frifag